Gedenkstätte Zuchthaus Brandenburg-Görden

Zwischen 1933 und 1945 führte die NS-Justiz im Zuchthaus Brandenburg-Görden einen unmenschlichen Strafvollzug durch, der durch Hunger, gesundheitsschädliche Arbeitsbedingungen und eine Behandlung abgestuft nach rassistischen Kriterien gekennzeichnet war. Bis zu 60% der Inhaftierten waren politische Gefangene.

Gedenkstätte für die Opfer der Euthanasie-Morde

In Gebäuden des in der Innenstadt gelegenen „Alten Zuchthauses“ in Brandenburg an der Havel wurde 1939 eine von sechs Mordstätten der sogenannten „Aktion T 4“ eingerichtet. Dieser ersten, zentral gesteuerten Phase des nationalsozialistischen Krankenmordes fielen 1940/41 über 70.000 Menschen zum Opfer.

Mit Kriegsbeginn kamen Verurteilte aus ganz Europa nach Brandenburg-Görden. Ab 1942 wurde ein Teil der Gefangenen zur „Vernichtung durch Arbeit“ an die Konzentrationslager abgegeben.

1940 wurde das Zuchthaus Brandenburg-Görden auch Hinrichtungsstätte. In einem bis dahin als Garage genutzten Bereich wurden ein Fallbeil und eine Vorrichtung zur Hinrichtung durch Erhängen installiert. Vom 1. August 1940 bis zum 20. April 1945 wurden im Zuchthaus Brandenburg-Görden ca. 2030 Menschen aus dem Deutschen Reich und vielen Ländern Europas hingerichtet.

Guillotine im Zuchthaus Brandenburg

Nach 1945 war das Zuchthaus Brandenburg-Görden eine der größten Haftanstalten der DDR, wo viele tatsächliche oder vermeintliche Gegner des SED-Regimes meist langjährige Freiheitsstrafen verbüßten.

1964 wurde in den Räumen der ehemaligen NS-Hinrichtungsstätte eine Gedenkstätte eingerichtet, in der auch ein originales Fallbeil zu sehen ist. In einem Vorraum informieren drei Tafeln über die Geschichte des Zuchthauses. Exemplarisch werden Biografien von Hinrichtungsopfern vorgestellt.

Pädagogische Angebote:
Die Gedenkstätten Brandenburg an der Havel bieten nach Voranmeldung Führungen und Projekte zum Thema NS-Justiz und politische Justiz nach 1945 an.

Öffnungszeiten:
Die Gedenkstätte in der JVA Brandenburg kann nur nach vorheriger Anmeldung bei den Gedenkstätten Brandenburg an der Havel besichtigt werden.

Kosten:
Führungen kosten für Gruppen bis zu 15 Personen 15,00 Euro, bis zu 30 Personen 25,00 Euro

Im „Alten Zuchthaus“, das den Tarnnamen „Landespflegeanstalt Brandenburg a. H.“ erhielt, wurden zwischen Januar und Oktober 1940 ca. 9.000 Kranke und Behinderte aus psychiatrischen Krankenhäusern des nord- und mitteldeutschen Raums einschließlich Berlins durch Giftgas getötet.

Brandenburger Gedenkstaetten

Die im August 2012 eröffnete Dauerausstellung der Gedenkstätte hebt die Bedeutung der Euthanasie-Mordanstalt als Ort der ersten „Probevergasung“ sowie als Ort des systematischen Massenmords an jüdischen Anstaltspatienten hervor. Außerdem thematisiert die Ausstellung die direkte Verbindungslinie, die von der Tötungsanstalt in Brandenburg zum Genozid an den europäischen Juden führt. Ein Gedenkbuch nennt die Namen von 8.237 identifizierten Opfern. Anhand von Fotos und Dokumenten aus dem Besitz der Familien werden rund 30 Biografien von Ermordeten nachgezeichnet.

Pädagogische Angebote:
Die Gedenkstätten Brandenburg an der Havel bieten nach Voranmeldung Führungen und Projekte zum Thema "Euthanasie"-Morde an.

Öffnungszeiten:
Der Open-Air Gedenkort ist jederzeit zugänglich. Die Ausstellung ist Do/Fr 13-17 Uhr und Sa/So 10-17 Uhr geöffnet. Führungen und pädagogische Projekte sind auch zu anderen Zeiten möglich.

Kosten:
Eintritt frei. Führungen nach Anmeldung. Für Gruppen bis zu 15 Personen 15,00 Euro, bis zu 30 Personen 25,00 Euro

Kontakt:
Gedenkstätten Brandenburg an der Havel
Nicolaiplatz 28/30
14770 Brandenburg an der Havel
Tel. 03381/7935112
E-Mail:Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Web: www.stiftung-bg.de »»»

Brandenburger Gedenkstaetten

Zurück