Die Dominsel mit dem Dom und der Petrikapelle

Seit vielen hundert Jahren steht auf der Dominsel der Dom St. Peter und Paul und langweilt sich nie, denn immer ist dieser gut besucht. Immerhin befindet sich hier die Geburtsurkunde von Berlin.

Der Dom St. Peter und Paul

Aus der ersten Bauperiode sind nur die Grundmauern des Chores und Fragmente des nördlichen Querschiffes erhalten geblieben. Danach erfolgten im 13. bis 15. Jahrhundert gotische Um- bzw. Erweiterungsbauten.

Die Westfassade erhielt nie das beabsichtigte Aussehen obwohl der Dombau westlich erweitert wurde. Statt der geplanten zwei Türme wurde nur der Nordturm erbaut.

Brandenburg an-der Havel der Dom St. Peter und Paul


Im 17. Jahrhundert wurde der erste hölzerne Turmbau durch einen steinernen Turmaufbau ersetzt. In einem Gutachten durch Karl Friedrich Schinkel im Jahr 1828 wurde der schlechte Zustand des Unterbaus des Domes dokumentiert. Das Bauwerk drohte einzustürzen, weil die Fundamente in dem sumpfigen Boden nicht bis zum festen Grund reichten.

Durch den Neuaufbau des südlichen Seitenschiffes und das Einbringen von Zugankern im Mittelschiff gelang es die Statik zu stabilisieren. Von 1834 bis 1836 erfolgten nochmals umfangreiche Restaurierungsarbeiten, sowie die Vollendung des Turmbaus durch Schinkel. Danach wurde am 1. Oktober 1836 der eindrucksvolle Backsteinbau in Anwesenheit des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. wieder eingeweiht. Der Dom ist trotz aller Sicherungsmaßnahmen im 19. Jahrhundert einsturzgefährdet.

Gegenwärtig trägt der Förderverein "Dom zu Brandenburg" verstärkt zur Erhaltung des Domes bei. So konnten bisher durch Spendenmittel 500.000 € erzielt werden, welche für die Sicherung des mittelalterlichen Dachstuhls über dem südlichen Querschiff verwendet wurden.

Dem Förderverein gehören namhafte Persönlichkeiten wie Altbundespräsident Dr. Richard Freiherr von Weizsäcker (Ehrenvorsitzender), Prof. Dr. Friedrich-Leopold Freiherr von Stechow (Vorsitzender) und Prof. Dr. Wolfgang Huber an. Um alle baulichen Sicherungsmaßnahmen abzuschließen zu können, werden noch ca. 3 Millionen Euro benötigt. Etwa weitere 10 Millionen Euro sind für die nachfolgende sorgfältige Restaurierung aufzuwenden.

Link zum Förderverein des Doms »»»

Der Dom beherbergt kostbare mittelalterliche Ausstattungsstücke wie z.B. der Böhmische Altar (um 1375), der frühgotische Lehniner Flügelaltar (1518), die Triumpfkreuzgruppe (1430 bis 1440), das Chorgestühl (1539) sowie die von Joachim Wagner erbaute spätbarocke Orgel.

Das Domstiftsarchiv und das Dommuseum, welche sich im angrenzenden Klausurgebäude befinden, sind im Besitz zahlreicher Schätze. Wertvolle alte liturgische Handschriften, eine Sammlung gotischer Sakraltextilien und Geräte (z.B. das Hungertuch von 1290), Dokumente aus der Geschichte des Bischofsitzes (Gründungsurkunden des Bistums Brandenburg von 948 und der Stadt Berlin von 1244) und ca. 35.000 Bänder der Stiftsbibliothek.

Link zur Website des Domstifts »»»


Die Petrikapelle

Ehe man zum Dombereich gelangt kommt die Petrikapelle, ein im gotischen Stil errichtete Bauwerk. Der Feldsteinunterbau stammt entweder noch aus der Zeit des Slawenfürsten Pribislaw oder besteht aus Granitmauerwerk der vormaligen Burgkapelle. Die Burg selbst wurde im 13. Jahrhundert als militärische Anlage erbaut.

In der Zeit von 1314 bis 1320 wurde die Kapelle dann zur Pfarrkirche für die Domkietzer. Die ursprünglich schmalen Fenster sowie der Ostgiebel und die bemalten Blenden der Kapelle wurden ebenfalls Anfang des 14. Jahrhunderts eingesetzt bzw. erbaut. Im 16. Jahrhundert, um 1520, wurde ein zweischiffiges Zellengewölbe anstelle des hölzernen Gewölbes eingesetzt und die Fenster eingebrochen.

Brandenburg an-der Havel diw Petrikapelle