Fritze Bollmann ist zurück in seinem Revier

Am Donnerstag dem 11. September 2014 wurde die vom Tourismusverein Brandenburg an der Havel e.V. initiierte Fritze-Bollmann-Statue auf dem Beetzsee feierlich eröffnet.

Die Mitglieder des Vereins und viele Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur waren mit einer städtischen Flottenparade vom Salzhofufer aus aufgebrochen, um dabei zu sein, als die Oberbürgermeisterin, Dr. Dietlind Tiemann, unter den Klängen des Fritze-Bollmann-Liedes das Kunstwerk enthüllte.

Zuvor hatte der Vorsitzende unseres Vereins, Herr Thomas Deterling, eine Hommage auf den Brandenburger Babier gehalten, die wir Ihnen hier an dieser Stelle gern präsentieren möchten.


In Brandenburg uffm Beetzsee ...

Sie kennen ihn alle – Fritze Bollmann – den Barbier
und wissen genau – er war einer von hier!

Als er mit 49 Jahren starb und zu Petrus kam,
hatte dieser keine Verwendung für den armen Mann.

Er schickte ihn zurück auf die Erde,
dass aus ihm noch was Gescheites werde.

Fritze Bollmann Statue

Sein Weg führte ihn heute zurück an den Ort,
von dem er 1901 ging fort.

Er geht durch Brandenburg an der Havel – seine Stadt
die sich seitdem so enorm verändert hat.

113 Jahre seitdem vergangen sind,
Fritze Bollmann staunt über alles – wie ein Kind.

Und denkt: Ist aus dem armen Schluckspecht inzwischen geworden ein bedeutender Mann?
Denn eine Passage, ein Weg, Verein und Ortsteil wurden nach ihm benannt.

Auf einen Brunnen sieht er sich sitzen in Miniatur.
Wie kommt das alles? – Er wundert sich nur.

Als Barbier wieder zuarbeiten kommt ihm der Gedanke,
den jedoch verwirft er schnell und sagt: „Danke!“.

In seiner Stadt hat er sich umgesehen, es gibt so viele Friseure heute – und alle in ganz schicken Läden.
Barbier zu sein in der heutigen Zeit, das hat den Fritze nicht gefreut.

Ein Kurzhaarschnitt heißt heute: Short Cut,
da winkt er bloß noch dankend ab.

Kein Platz ist da für einen wie er,
was macht er nun mit dem Malheur?

Barbieren kann er – und auch angeln, für mehr tut es bei ihm nicht langen.
Was macht er jetzt, wo soll er hin, der Beetzsee kommt ihm in den Sinn!

Einst in ihm ertrunken schwor er sich:
„Den betret´ ich nie mehr – nicht!“

Am Ufer steht er und sinniert:
„So vieles ist seitdem passiert!
Die Stadt ist hektisch und modern
Da halt ich mich mal lieber fern.
Nur angeln – das geht früher so wie heute,
ach helft mir doch, ihr lieben Leute.
Dass ich wieder angeln kann,
in meinem geliebten Angelkahn!“

Da steht er nun, ohne Heller und Cent,
in der Stadt er selbst keinen Menschen mehr kennt,
bei dem er sich was „pumpen“ kann,
sein Hilferuf jedoch, kam bei den Mitgliedern des Tourismusvereins, dem Vorstand und dem Marketingausschuss an.

Nach gutem Brauch und alter Sitte wurden um Spenden immer wieder gebeten.
Frau Dummer und Herr Kersten erkannten die Nöte
und zweigten was ab aus ihrem Portemonnaie,
auch die Stadtwerke Brandenburg an der Havel, der Dorf- und Heimatverein Grebs und der Bootsservice Medow spendeten
es tat Ihnen nicht weh sich für dieses Vorhaben zu arrangieren,
auch die BBG Brielow Beteiligungs- und Grundbesitz GmbH wollten sich nicht zieren
und spendete einen Obolus,
doch damit war noch lange nicht Schluss.

Die Altstädter e.V. ließen sich nicht lumpen,
auch vom Domstiftsgut Mötzow gab´s einen Klumpen.
Bares, ebenso von den Reedereien Nordstern und Röding,
wobei wir noch nicht am Ende der Sponsoren sind.
Die Mitarbeiter der Stadtmarketing- und Tourismusgesellschaft Brandenburg an der Havel mbH unterstützen das Projekt organisatorisch und ließen den Tourismusverein nicht im Stich.

Unser´m Fritze seinen Kopf
gestaltete künstlerisch Herr Jürgen Hoff.

Den Rest der Figur entworfen und fertigten an (für sie verstand es sich per se)
Unser Tobias von „Goldenehände.de“.

Die Firma Windeck – „Alt“ und „Jung“
sponserte das Material und übernahm die Aufstellung.

Auch einen Dank an den Kulturausschuss und für die Hilfe vom Wasser- und Schifffahrtsamt,
auch Uwe Philipp – Chef der Regattastrecke – sei hier genannt.

Danken möchte ich auch dem Jugendtheater,
das sich hat den Kopf zermartert.

Wäre letzten Endes alles nicht so unkonventionell gelaufen,
die Mitglieder des Tourismusvereins würden sich heute noch die Haare raufen.

Aber: Was lange währt, wird schließlich gut,
das macht uns immer wieder Mut.

So hat der Fritze Bollmann einen weiteren Platz gefunden,
ein jeder kann ihn hier umrunden.

Den meisten fällt hier das Lied über ihn ein.
Er selber denkt: Hier bin ich – Fritze –, hier darf ich sein!

Jetzt hab ich meinen Platz gefunden,
die Schiffe und Boote drehen ihre Runden
und sehen mir beim Angeln zu,
doch meistens hab ich meine Ruh!

Bin fest verankert mit meinem Kahn,
fest angeschweißt mein Angelkram.
Die Angel fällt nicht mehr in ‘n Beetzsee rin,
ich hoffe nur – es sind genügend Fische in ihm drinn!

Denn: Bollmanns Fritze fischt von nun an frische Fische -
Frische Fische fischt von nun an Bollmanns Fritze!

Fritze Bollmann StatueFritze Bollmann StatueFritze Bollmann StatueFritze Bollmann StatueFritze Bollmann StatueFritze Bollmann Statue

Zurück